Tierische Geschichten im Museumsdorf
Tag der Tiere lockte zahlreiche Gäste nach Hösseringen
Direkt hinter dem Eingangsgebäude gibt es neuerdings eine Haltestelle. Allerdings nur einen Tag und nicht für den Bus, sondern für eine kleine Kutsche. Und da kommt die schwarze Neufundländerdame auch schon um die Ecke. Entspannt lässt sich B’A alias „Be my girl“ von Herrchen Uwe Senft führen und weil es an der Haltestelle noch etwas dauert, macht sie erst einmal ein kleines Nickerchen. Lenia, Emilie und Linus warten schon auf ihre Kutschfahrt. Doch nur jeweils zwei Kinder dürfen mitfahren, sonst wird es B’A zu schwer. Schnell einigt man sich auf ein Umsteigen an der zweiten Haltestelle und schon kann die Kutsche los. Unterwegs begegnen die Kinder allerlei Tieren: Hähne krähen um die Wette, Hühner gackern, Pferde wiehern und hier und dort bellt ein Hund. Die Kaninchen und die Alpakas sind die Stillsten in der Runde.
Es ist „Tag der Tiere“ und dank bestem Museumswetter kommen die Besucher in Scharen nach Hösseringen. Greta Wilke aus der Magdeburger Gegend ist gerade auf der Rückreise von Hamburg und macht mit der ganzen Familie einen Zwischenstopp in Hösseringen, wo die Kinder eine Runde reiten dürfen. Celina und die dreijährige Linea machen eine gute Figur hoch zu Ross, denn die Ponys Gloria und Tyler vom Ponyhof Schrieber lassen sich vom Trubel rundum nicht aus der Ruhe bringen.
Ein paar Huftritte weiter erklärt Christoph Piep vom Geflügelzuchtverein Uelzen die unterschiedlichen Hühnerrassen, die er und seine Mitstreiter mitgebracht haben. Klein und zierlich sind seine Zwergwyandotten, die im Stammbaum der Rassehühner recht weit oben stehen. Heute sind sie ziemlich ruhig, obwohl Christoph Piep mit ihnen nicht nur einmal das Hähnewettkrähen in Bad Bevensen gewonnen hat. 15 Leute aus dem Verein unterstützen ihn im Museumsdorf und haben die unterschiedlichsten Rassen mitgebracht. Ganz weit oben im Stammbaum stehen die Deutschen Sperber, eine sehr große Rasse mit schwarz-weiß gesprenkeltem Federkleid. „Sie sind vom Aussterben bedroht“, weiß der Fachmann. „Die großen Rassen sind derzeit nicht so angesagt. Aber wir sind froh, dass sich heute wieder viele Familien dafür entscheiden, Hühner zu halten.“ Gerade bei jungen Familien sind die geflügelten Zweibeiner beliebt: zum einen zur Selbstversorgung, oft aber auch, weil Kinder große Freude an ihnen haben. Christoph Piep und sein Verein helfen hier gerne weiter und stehen jederzeit unterstützend bereit. Auch Henning Papenburg und Otto Winarske vom Kaninchenzuchtverein informieren über ihre Arbeit. „Hier können die Kinder die Tiere ganz aus der Nähe kennenlernen. Viele kennen das gar nicht“, sind sie sich einig.
Nebenan bewundert Klara aus München die Fjordpferde der Familie Kassebaum. Sie besucht hier ihren Opa und freut sich, so viele Tiere hautnah erleben zu können. „Ich habe schon Alpaka-Seife gefilzt und in der Schmiede ein Namensschild gemacht“, erzählt sie. In München begegne sie eher Marienkäfern oder Fliegen.
Wer mochte, konnte außerdem die Museumsschweine in ihrem neuen Domizil besuchen, Steckenpferd reiten, ein Melkdiplom machen, basteln oder – wie Familie Bogmaier aus Hermannsburg – einen großen Familientag zum 60. Geburtstag in Hösseringen verbringen.
Christine Kohnke-Löbert
Impressionen vom Tag der Tiere 2026






