Morgen wird bei uns gesponnen! Webmeisterin Uschi Schwierske zeigt ihn ihrem Kurs, wie aus Wolle Fäden gesponnen werden.
Flachs und Hanf sind die ältesten vom Menschen genutzten Faserpflanzen. Hanf gelangte vor etwa 4800 Jahren von China in unsere Region, er diente zur Faser- und Ölgewinnung und aus den Samen gewann man das Rauschmittel Haschisch. Hanf fand allerdings eine geringere Verbreitung als der Flachs, da Hanfleinen gröber und härter ist als das aus Flachs. Der bereits aus prähistorischer Zeit bekannte Flachs bot ebenfalls eine Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten: Aus den Stängeln gewann man die Fasern für die Texttilherstellung und die Leinsamen dienten als Heilmittel und lieferten Öl. Im Uelzener Becken war der Flachs- und Hanfanbau von großer Bedeutung, besonders geeignet dafür waren die Sandböden östlich der Ilmenau und der Nordwesten des Kreises, die sogenannte „Ebstorfer Klei“.
Erst nach vielen Arbeitsgängen sind die Fasern aus Baumwolle, Flachs, Wolle oder Seide für das Verspinnen fertig. Beim Spinnen werden sie so miteinander verdreht, dass ein Faden entsteht. Bis ins 16. Jahrhundert verwandte man dazu allgemein die Handspindel mit einem Spinnwirtel als Schwunggewicht. Der Vorteil des Spinnrades liegt darin, dass das Verdrehen der Fasern und das Aufrollen des Fadens in einem Arbeitsgang vereinigt sind. So konnte die Spinnleistung in etwa verzehnfacht werden.